Wie macht Lernen Spaß? Ein Projekt der Neissegrundschule Görlitz.

Vom Glück einen guten Lehrer zu haben. Ein Projekt an der Neissegrundschule in Görlitz.

Vom Glück einen guten Lehrer zu haben!

Wer kennt sie noch – die Lümmel von der ersten Bank? Nietnagel und Co., die sich durch ihre Streiche und Intrigen gegen die veralteten Unterrichtsmethoden auflehnen und autoritären Lehrern das Leben schwer machen. Dabei geht es nicht nur darum, den Schulunterricht lahm zulegen sondern auch die Rollenbilder „Lehrer“ und „Schüler“ zu beschreiben und zu verstehen. Die Bengel fragten sich schließlich in sieben Filmteilen immer wieder „Was die Pauker für Figuren sind?“ und sogar der Oberstudiendirektor Taft sagt über sich „einen komischen Lehrer“ gehabt zu haben und „als Schüler auch ein ziemlicher Lümmel“ gewesen zu sein.

Gesamtwerk-Kl3Gute 40 Jahre später soll Schule immer noch Spaß machen und Lehrer sollen gute Vorbilder für Schüler sein. So auch in unserer privaten Grundschule in Görlitz –  der Neißegrundschule.

„Vom Glück einen guten Lehrer zu haben“ hieß das diesjährige Thema der ZINT-Tagung Anfang November an der Hochschule. Das Projekt ZINT – Zusammen integrative/inklusive Schule wurde im Auftrag des Staatsministeriums für Kultus (SMK) in Kooperation mit der Hochschule Zittau/Görlitz und der Universität Leipzig als eine Lehrerfortbildung entwickelt. Im Vorfeld wurde mit den Schülern der 3. und 4. Klasse der Neissegrundschule eine Ausstellung vorbereitet, die die Sicht der Schüler aufzeigt, wie der  Unterricht und die Lehrer sein sollten, damit Lernen Spaß macht und sie in der Schule erfolgreich lernen können.

Die Schüler der 3. Klasse stellten sich die Frage: Wie macht Unterricht Spaß? Im Anschluss daran wählten sie Farben und Formen, um ihre Aussagen bildlich darzustellen und am besten zum Ausdruck zu bringen. Die besondere Herausforderung dabei war, nicht gegenständlich zu zeichnen, d.h. Jedes Kind entschied sich für ein Bild des Lernens nach persönlichem Bezug und individueller Stärke und entwarf vorerst eine Zeichnung im Kleinformat (10 x 10 cm) mit Buntstiften. Diese Entwürfe wurden in Folge von den Kindern mit Acryl auf Leinwand im Großformat gearbeitet. Das Ergebnis dieses Projektes ist ein Gemeinschaftskunstwerk, dessen Zusammensetzung oben gestellte Frage umfassend beantwortet.

Die Schüler der 4. Klasse bekamen ein Arbeitsblatt mit Fragen wie:

„Wie soll für dich ein Lehrer oder eine Lehrerin sein?“

„Welche Eigenschaften soll er oder sie besitzen?“

„Was soll er oder sie besonders gut können“

Zu diesen Fragen schrieben die Kinder ihre Gedanken auf. Anschließend markierten sie Verben und Adjektive in ihrem eigenen Text, schrieben sie heraus und ordneten ihnen Figuren oder Berufe zu, die sie mit diesen Eigenschaften oder Tätigkeiten verbinden, z.B.:

trösten wie Mama oder Papa

überraschen wie ein Zauberer

geduldig wie ein Angler

gerecht wie Justitia

Bilder_Männchen

Die auf Figuren übertragenen Eigenschaften zeigen Zeichnungen der vielen Rollen, die ein Lehrer oder eine Lehrerin aus Sicht der Kinder füllen sollte. Die Ergebnisse werden für eine Ausstellung aufbereitet. Der 1. Teil der Ausstellung befasst mit diesen Rollenbildern. Teil 2 der Ausstellung zeigt Sprachbilder: dafür erklärten die Schüler den Begriff Metapher anhand der alterstypischen ersten „Verliebtheit“. So fanden sie Sprachbilder wie „blind vor Liebe sein“, „sein Herz verschenken“, „knistern“ oder „den Schlüssel zum Herzen“. Die eigenen Texte wurden daraufhin nach Sprachbildern durchsucht. Gefunden wurden z.B.:

„Der Lehrer sollte für Kinder offen sein.“ (Behältermetaphorik = Lehrer als Behälter)

„Der Lehrer soll den Kindern Wissen geben.“ (Metaphorik des Gebens und Nehmens)

Die Ausstellung mit den gesamten Werken findet im Sächsischen Landtag vom 13. Mai bis 26. Juni 2016 statt.

Ob Lümmel oder Co, ob damals oder heute, besteht der Wunsch nach Lehrern mit Herz und Unterricht, die zum eigenverantwortlichen Lernen mit Freude und Spaß motivieren.

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