Wie macht man Karriere in der BioTech-Region Deutschlands?

München – bayrische Landeshauptstadt, Magnet für unzählige Touristen, Tor zu den Alpen, Heimat des deutschen Fußballs. München hat viele Gesichter – auch im wirtschaftlichen Bereich. So gehört die Hightech-Region München beispielsweise im internationalen Wettbewerb zu den herausragenden Standorten der Medikamenten- und Diagnostikaentwicklung. Internationale Konzerne arbeiten hier mit mehr als 130 innovativen kleinen und mittleren Unternehmen sowie den exzellenten Universitäten, Forschungseinrichtungen und Kliniken, eng zusammen. Wer einmal Fuß im BioTech-Sektor gefasst hat, der hat einen sicheren Arbeitsplatz. Doch wie macht man Karriere in dieser Branche?

Andrea Weicht, Absolventin der TÜV Rheinland Berufsfachschule in München berichtet von ihrem beeindruckenden Berufsweg und wie man Eintritt in diese zukunftweisende Branche bekommt.

„Nach einem zweijährigen Vorbereitungskurs an unserer Zweigstelle in München legte Frau Weicht 2009 die staatliche Abschlussprüfung zum Biologisch-technischen Assistenten ab. Nach einem Jahr Berufserfahrung begann sie die Weiterbildung zur staatlich geprüften Biotechnikerin, die sie 2013 an der TÜV Rheinland Fachschule für Umweltschutz-, Galvano- und Biotechnik abschloss. Zwei Jahre danach berichtet sie über ihre aktuelle Tätigkeit und lässt die vergangenen Jahre Revue passieren:

Nach meinem Schulabschluss habe ich mich über diverse Ausbildungs- und Studiengänge informiert. Bei dem Vorbereitungskurs zur staatl. geprüften Biologisch-technischen Assistentin, den der TÜV Rheinland in Unterschleißheim bei München anbietet, hat mich vor Allem das zehnmonatige Betriebspraktikum in einem Forschungsinstitut oder einem Unternehmen der Biotechnologie-Branche sehr angesprochen, da ich besonders an der praktischen Seite der Ausbildung interessiert war. Ich habe mein Praktikum bei der Eurofins Medigenomix GmbH absolviert. Dies war sehr wegweisend, wie sich später herausstellte.

Im Betriebspraktikum und den verschiedenen Praktika beim TÜV Rheinland Ich habe schnell gelernt, was praxisbezogenes Lernen wirklich bedeutet: Im Betrieb lernt man nicht nur die unterschiedlichsten Methoden kennen, sondern erkennt, wie wichtig eine exakte und reproduzierbare Arbeitsweise ist um verlässliche Ergebnisse zu erzielen. Doch Routine ist nicht immer nur das Gleiche, wie oft angenommen wird!

Nach meiner Ausbildung habe ich zunächst in der biologischen Forschung gearbeitet.  Eine Tätigkeit in der Forschung ist äußerst spannend und abwechslungsreich, denn man betritt mit seiner Arbeit Neuland: Man muss kreativ denken können um neue Lösungsansätze zu finden und man weiß nie, ob nicht der nächste Versuch den entscheidenden Durchbruch zum Beispiel auf dem Weg zu einem neuen Medikament ist.

Auch wenn die Arbeit in der Forschung sehr interessante Perspektiven bietet, wollte ich mich weiter qualifizieren und begann die Weiterbildung zum Biotechniker beim TÜV Rheinland. Ich versprach mir davon die Möglichkeit, mir mehr Wissen anzueignen und eine höhere Position – bspw. als Gruppenleiter – zu erlangen. Auch die Option, mit dem Technikerzeugnis und der damit verbundenen Hochschulzugangsberechtigung studieren zu können, war für mich ein großer Anreiz, ein weiteres Mal die Schulbank zu drücken.

Nach meiner Biotechniker-Weiterbildung kam meine ehemalige Praktikumsbetreuerin, bei welcher ich mein zehnmonatiges Praktikum während meiner BTA-Ausbildung absolvierte, auf mich zu und bot mir eine Stelle in einer deutschen Ausgründung eines amerikanischen Unternehmens an. Die Firma suchte Fachkräfte, mit denen in Martinsried ein neues Labor aufgebaut werden sollte. So eine Chance bekommt man nicht oft, und somit habe ich auch nicht lang gezögert.

Die Myriad GmbH ist ein noch wachsendes Unternehmen, in dem es viel Entwicklungspotenzial für den Einzelnen gibt. Meine Einarbeitung fand in den USA statt, was auch meinen Englischkenntnissen zugutekam. Dank meines Technikers und all der Erfahrung bin ich verantwortlich für die Etablierung neuer Analysemethoden in unserem neuen Labor. Dafür reise ich jährlich in die USA, um mir dort die neuesten Labore anzusehen, die Methoden praktisch zu erlernen und in unserem deutschen Labor zu etablieren. Schrittweise durfte ich so Verantwortung übernehmen, kann mich kreativ ausleben und Neues erschaffen.

Mit den von meinem Team und mir in den letzten Jahren etablierten medizinischen Tests ermöglichen wir Ärzten, Krankheiten schnell zu erkennen und Patienten bestmöglich zu therapieren.“

Infos zur Ausbildung findet ihr hier: www.tuv.com/schule-muenchen

Wir wünschen Frau Weicht alles Gute und bedanken uns für die ausführlichen Worte!

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